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Die Rennradfahrer - ein Missverständnis!



Der Frühling naht, die Sonne lacht, die Vögel zwitschern... auf Mallorca gibt es aber noch ein untrügliches Zeichen für das Erwachen der Natur. Es ist der gemeine Rennradfahrer. Jedes Jahr Ende Februar, Anfang März nimmt er all seine Kraft zusammen und macht sich auf den Weg über das mittelgrosse Meer auf die Insel. Und wie überall, so kann man auch bei den strampelnden Pedalrittern einige neue Entwicklungen beobachten - technisch und auch kleidungsmässig.

Der moderne Radler spricht heute nicht mehr vom Fahrrad, sondern von seiner Rennmaschine. Ein technisch anspruchsvolles Gerät, oft so wertvoll wie ein Kleinwagen. Der Fahrer kleidet sich entsprechend in Hightechfasern und er tritt mit zunehmender Vorliebe in grossen Rudeln in die Pedale. All das sieht aus wie bei einer Radrennveranstaltung. Allerdings fallen hier auf der Insel gleich auf den ersten Blick die unterschiedlichsten Figuren auf den Rädern auf.

Über zwei Zentner sollen mit so wenig Luftwiderstand wie möglich durch die Landschaft getreten werden. Deshalb - ganz wichtig - der Hightechanzug. Bergauf ist es ein Problem (wahrscheinlich sogar das Grössere) das aber angesichts geringer Geschwindigkeiten fast ohne Windzug vonstatten geht. Aber bergab, wenn die Kurven in rasantem Tempo - meistens unbehelmt - geschnitten werden, da darf nichts flattern oder gar bremsen... und rein psychologisch gesehen ist es natürlich prima, sich im Rudel zu bewegen. Vier Kollegen nebeneinander in zehn Reihen hintereinander. Du hörst den Atem des Nachbarn, fühlst dich im Sog der Kraft, bist wie ein Profi.

Nun scheint es leider ein Missverständnis zu geben. Auf einer Rennradveranstaltung sind die Strassen gesperrt, auf Mallorca nicht! Das wäre nicht so schlimm, wenn sich die Radsportler so schnell wie die Autos bewegen würden. Tun sie aber nicht! Das ist dem Rudel natürlich egal - wichtig ist das Feeling - und da stören andere Verkehrsteilnehmer nur, ist ja schliesslich eine 'Radfahrerinsel'.

Schlimm, aber vor allem gefährlich wird es dann, wenn ein keuchender Pulk aus einer Seitenstrasse ohne auf den fliessenden Verkehr zu achten auf die Hauptverkehrstrasse schiesst... Tja und ganz schlimm, wenn der ganze Haufen hochroter Köpfe dann auch noch über den Haufen gefahren wird... Oh sorry - das war wohl ein Missverständnis! Für mich bleibt nur Unverständnis über so viel Unverstand!


Liebe Grüsse von der Insel!
Eure DoKo


Montag, 12. März 2012