Ironman Austria Klagenfurt 8. Juli 2007



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Eine Zeitverbesserung zum Vorjahr um 59 Minuten - DANK meines neuen Trainers!

Eigentlich weiss ich aufgrund der vielen Eindrücke gar nicht so genau wo ich heute anfangen soll zu berichten… aber der Reihe nach!

Als aller erstes möchte ich mich bei den Leuten bedanken, die diesen Erfolg überhaupt möglich gemacht haben! Bei mir ;) Bei Hermann, der mich auf der Strecke wieder super professionell betreut und informiert hat. Heidi und Heinz die am Rupertiberg die ganze Zeit auf mich gewartet haben um mich auf den Gipfel „raufzutreiben“...
(ich hab mich wirklich bemüht, sie nicht zu lange warten zu lassen ;))
Meinem "Inspirator" Robert, der immer wieder die richtigen Worte zur richtigen Zeit für mich parat hat und natürlich bei meinem Trainer Marcel, für die professionelle Trainingsplanung - ohne ihn wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen! Auch den vielen lieben Menschen in meinem Umfeld, die immer wieder Verständnis für meine karge Freizeit hatten! Vielen Dank an euch alle!

Bedanken möchte ich mich auch noch bei all meinen Freunden, Bekannten und auch „Unbekannten“ die entlang der Strecke gestanden sind und den ganzen Tag Ausdauer und Motivation bewiesen haben und mich jedes Mal angefeuert und „angebrüllt“ haben, wenn ich an ihnen vorbeigekommen bin, ihr habt mich ins Ziel getragen!
Vielen Dank, ihr seid Weltklasse! Und last but not least die vielen Helfer, ohne die dieser Bewerb nicht möglich wäre!
Meine Hochachtung für die unzählig freiwillig geleisteten Arbeitsstunden!

Aber jetzt zu meinen Eindrücken des Rennens…

In der Früh war ich schon ziemlich nervös und angespannt, denn ich hatte ein Ziel vor Augen, wo ich wusste, dass es nur sehr, sehr schwer und nur unter optimalen Bedingungen zu erreichen war. Ein Ticket für die Ironman WM auf Hawaii!!!

Den Schwimmstart hab ich total verschlafen, ich wäre sogar fast zu spät zum Start gekommen, weil ich den Neopren noch mal ausziehen musste. (hoffentlich liest das mein Trainer nicht, denn das hab ich noch nicht gebeichtet ;)) Dann war ich der Meinung, dass wir bis zur Startlinie nach vor schwimmen sollten und wunderte mich über die plötzlich aufkommende Hektik im Wasser, ich hörte noch… 2min bis zum Start und dachte, ach da ist ja noch ein bisserl Zeit, als plötzlich schon der Kanonendonner zu hören war. Die „Meute“ war nicht mehr zu halten. Das Schwimmen war wie jedes Jahr ein Kampf und Krampf im wahrsten Sinne des Wortes. Diesmal kam es mir besonders weit vor, denn die Schwimmstrecke wollte einfach kein Ende nehmen. Als ich dann endlich die letzten 800m im Lendkanal vor mir hatte war es einerseits ein berauschendes Gefühl von den Tausenden Zuschauern, die entlang des Kanals standen, frenetisch und lautstark empfangen zu werden und andererseits wusste ich von dem Spaziergang tags zuvor mit meiner "kleinen Münsterländerin" Naomi, was mich noch alles an Wasserpflanzen und Algen erwarten würde und das war keine sehr angenehme Vorstellung. Aber wie immer hab ich es gut überstanden und ausser einigen blauen Flecken und einen halben Liter Wasser mehr in meinem Bauch war ich nach 1:04 in der Wechselzone angekommen. Da war schon ziemlich viel Betrieb und wie jedes Mal dachte ich mir... ach wäre es schön mal als erster aus dem Wasser zu steigen…! Aber dieser Traum wird wohl nie in Erfüllung gehen.

Der Wechsel auf´s Rad war leider nicht so schnell wie ich dachte, weil mich noch einige Krämpfe vom schwimmen quälten und ich deshalb nicht ganz so flink in meine Schuhe kam, wie zuvor im Training zigfach geübt. Die erste Radrunde war wirklich sensationell schnell und ich hatte schon die Befürchtung, dass ich dafür dann auf den zweiten 90 Kilometern oder letztendlich beim abschliessenden Marathon büssen müsste. Aber da ich ja grundsätzlich ein positiv denkender Mensch bin, dachte ich mir... wird schon gut gehen und so war es dann auch. Doch ich kann euch sagen… 180km auf dem Rad, da vergeht eine Menge Zeit und die hat man dann auch zum Nachdenken… ;) Zum Glück gibt’s da noch die unzähligen Zuschauer am Strassenrand, die über so manch kleine „Talfahrt“ hinweg helfen! So kam ich in einer fantastischen Zeit von 5:22 zurück zum zweiten Wechsel und wie auch schon letztes Jahr dachte ich mir, nur ja keinen Gedanken daran verschwenden, dass ich noch einen Marathon laufen muss. Nein es sind ja nur 4 kleine Runden, "Schlaufen" sozusagen… einmal bis nach Krumpendorf, zurück nach Klagenfurt, dann wieder nach Krumpendorf und ein letztes Mal in die Stadt und dann geht´s schon ab ins Ziel. So schnell vergehen 42,195 km!! Tolles Gefühl… das Problem die Etappen sind dann doch etwas länger als das Gedankenspiel und schliesslich hab ich schon 180km am Rad in den Beinen und geschwommen bin ich auch schon, obwohl das ist schon wieder ziemlich lange her. Aber so sind sie halt, die Gedanken…!

Der Wechsel war dann wieder, na ja, sagen wir mal nicht sonderlich schnell, weil ich noch einen Umweg zur Toilette machen musste und das hält natürlich immer wahnsinnig auf. Nach kurzer Pinkelpause, war ich aber dann auch schon unterwegs auf meiner ersten „Schlaufe“. Ein absolutes Highlight auf der Laufstrecke aus meiner Sicht ist das Stück bei der Selbstverpflegerstation im Europapark… Auf diesen Abschnitt freu ich mich jedes Mal, ein absoluter Traum… ein Spalier von Zuschauern hautnah, garantiert Gänsehautfeeling. Kann ich nur jedem empfehlen… aber Vorsicht… Suchtgefahr!!! Fairerweise müsste man eigentlich fast jeden Kilometer der Strecke erwähnen, denn es gibt kaum einen Abschnitt wo man alleine unterwegs ist… private Labe- und „Duschstationen“ und in Wasser getränkte Schwämme die mir gereicht wurden, „Kärnten is halt a Wahnsinn!“
Auch als ich das letzte Mal in die City lief war dort eine Bombenstimmung und vor allem ich wusste, das nun das Ziel nicht mehr weit war und ich wusste auch, dass ich noch immer auf dem 2. Platz lag und damit eine Hawaii Quali zum Greifen nah war. Eigentlich musste ich das Rennen nur noch nach Hause laufen, aber leichter gedacht als getan, die letzten Kilometer waren noch weit.
Aber ich wusste von den beiden letzten Finish´s was mich beim Zieleinlauf erwarten würde, doch meine Erwartungen wurden übertroffen, alle Schmerzen auf der Strecke waren vergessen als ich in den Zielkanal einbog… ein unbeschreibliches Gefühl wie ich begeisternd von den unzähligen Zuschauer empfangen wurde, sie haben mich förmlich das letzte Stück ins Ziel getragen!

Ich wurde empfangen wie DER Sieger und das war ich in diesem Moment dann auch… ein Sieger, der das Ziel nach langen und harten 226km überglücklich erreicht hat und zusätzlich ein weiteres WM Ticket im der Tasche hatte!

Vielen Dank für dieses tolle Erlebnis!


Glg eure Doko


Distanzen: 3,8km Schwimmen - 180km Radfahren - 42,2km Laufen


Gesamtzeit: 10:25:27
Gesamtrang: 20.
AK W35: 2. Platz; Qualifiziert für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii
Kärntner Meisterschaft: 2. Platz
Kärntner Meisterschaft Mannschaft: 1. Platz
(Elke Hinterberger, Doris Kogler, Silke Pichler)
Österreichische Meisterschaft: 2. Platz
Österreichische Meisterschaft Mannschaft: 1. Platz
(Elke Hinterberger, Doris Kogler, Silke Pichler)
Splitzeiten:
swim: 1:04:54 mit Neopren
bike : 5:22:53
run : 3:50:21


Vielen lieben Dank an Martin Assam © kaerntenphoto.at für die tollen Fotos!
















Alle Fotos findet Ihr in der Fotogalerie Ironman Austria 2007