Kärnten Ironman Austria 16. Juli 2006



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Finishtime 11:24:31


Eine Zeitverbesserung von 36 Minuten und 30 Sekunden zum Vorjahr!!!
Ich bin super stolz auf meine Leistung und auf meine Zeitverbesserung vom letzten Jahr.

Ganz herzlich möchte ich mich bei allen meinen Freunden, für eure lieben Zurufe und Anfeuerungen bedanken. Die habe ich diesmal auch wirklich gebraucht. Wenn Ihr euch gewundert habt, warum ich auf eure Anfeuerungsrufe diesmal nicht wie gewohnt reagiert habe, dann lest bitte den nachfolgenden Bericht.

Ein Tag voller Pannen und Schmerzen!

Der Tag hat bereits mit einer Schreckminute in aller Früh begonnen. Beim Aufpumpen der Laufräder habe ich bemerkt, dass der Vorderreifen die Luft verliert! Ich dachte, ach Sch... ein Platter. Ich eilte sofort zur Servicestelle in der Wechselzone um den Schlauch zu wechseln. Der nette hilfsbereite Servicemann endeckte jedoch sofort den Grund des Luftverlustes. Das eingeschraubte Ventil war locker und mit der Hand zu verdrehen. Normalerweise ist dieses fest angezogen. Wie sich dieses von alleine?? lockern konnte bleibt ein Rätsel. Ich war natürlich sehr beunruhigt und habe mein Rad mit aufgepumpten Reifen wieder auf meinen Platz abgestellt.

swim:

Nach der Wettkampfbesprechung des Veranstalters am Samstag habe ich mir die Schwimmstrecke auch vom Wasser aus nochmals angesehen. Dazu bin ich mit einem Elektroboot zu den uns beschriebenen 2 Bojen hinausgefahren und habe mir Orientierungspunkte eingeprägt, da die 2 Bojen alle BLAU waren (eine tolle Farbe im Wasser!) und natürlich auf grössere Entfernung überhaupt nicht zu erkennen waren.
Aufgrund meiner samstägigen Bootserfahrung habe ich mich beim Schwimmstart am Sonntag auf der rechten Seite aufgestellt. Der Schwimmstart verlief wesentlich ruhiger als der Start von Land aus und ich kam sehr gut ins schwimmen bis ca. 800m. Plötzlich setzten Krämpfe in den Beinen ein und ich musste mich auf den Rücken im Wasser legen, um die Krämpfe zu bekämpfen. Dabei dürfte ich einigen Mitstarter trotz meiner Schmerzen nur ein lässtiges Hindernis im Wasser gewesen sein, den die sind schonungslos über mich hinweg geschwommen und haben mich dabei immer wieder unter Wasser gedrückt, icht gerade förderlich bei Krämpfen. Na toll, ein super Beginn...!
Nachdem sich die Krämpfe wieder etwas gelöst hatten bin ich weiter bis zur 1. Boje geschwommen und war der Meinung, dass die Schwimmstrecke wie erklärt, nach links weiter geht. Also bin ich links abgebogen, und freute mich über den vielen Platz den ich plötzlich beim Schwimmen hatte. Der Grund dafür wurde mir bald klar. Der Veranstalter hatte eine nette Überraschung für uns - Boje Nr. 3 - geradeaus weiter. Ein Kajakfahrer hat mich noch rechtzeitig erwischt und mich zurück auf den neuen Kurs geschickt. Also voll drauf los und mit einer gehörigen Portion Ärger im Gepäck gings weiter zur nächsten Boje, um diese herum und nun aber wurde links abgebogen. Die nächste Boje sollte auch rasch erreicht sein und ich sah bereits meinen Orientierungspunkt vom Samstag und wollte schon auf diesen Richtung Lendkanal zuschwimmen als mich erneut ein Kajakfahrer anhielt und mir mitteilte, dass nun Überraschungsboje Nr. 4 ins Spiel kommt. Diese war Richtung Maiernigg gesetzt und sollte auch noch besichtigt werden. Ich konnte mich diesen neuen Spielregeln leider nicht widersetzen und habe bis zum Wasserausstieg, der von der Steilheit einer Gipfelbesteigung ähnelte, mein Bestes gegeben.
Und das waren 1:08:29 für die 3,8km. Hätte ich nicht gedacht nach den Krämpfen und Umwegen die ich gemacht habe.
Da wäre heute wirklich mehr drinn´ gewesen. Ich denke die Stundenmarke hätte gewackelt...!

bike:

Noch immer von Krämpfen geplagt ging es auf die Radstrecke. Immer wieder konnte ich auf den Anstiegen meinen Namen lesen. Das hat mich voll motiviert und meinen Tritt beschleunigt. Als ich dann auch noch kurz vor St. Nicklas bei einem kurzen Anstieg die riesige Tafel mit meinem Bild und einem tollen Spruch gesehen habe, hat mir das volle Kraft für den ersten Anstieg zum Faakersee gegeben.
Gegenwind hat mir das Leben jedoch wieder sehr schwer gemacht.
Eine ungerechtfertigte Verwarnung hat auch nicht unbedingt zur Verbesserung meiner Lage beigetragen. Als dann auch noch ein Geräusch vom Hinterrad auftauchte, war mir klar - it´s not my day! - Das Geräusch wurde immer stärker bis ein hinter mir fahrender Teilnehmer mir die Bremsen hinten komplett löste, da das Hinterrad unerklärliche Seitenbewegungen machte und an den Bremsen scheuerte, wenn ich stärker hineingetreten habe. Fast ohne Bremsen gings dann munter weiter mit dem Gedanken "wer bremst verliert". Bis vor mir ein Teilnehmer zu Sturz kam und ich ohne Bremsen gerade noch ausweichen konnte. Glück gehabt, das hätte heute gerade noch gefehlt...! Das mir die Kette auch noch zweimal herunter sprang soll nur mehr am Rande erwähnt sein. Mein grösseres Problem sah ich in meiner Versorgung mit Nahrung und Getränken auf mich zukommen.
Da ich aufgrund von auftretenden Magenkrämpfen nichts zu mir nehmen konnte, habe ich meine gesamte Verpflegung auf der Strecke entsorgt und hab natürlich viel zu wenig getrunken und gegessen. Gegen meine Krämpfe in den Beinen nicht gerade sehr förderlich aber ich konnte nicht anders. Mein Magen rebellierte...
Die Radzeit mit 6:01:12 war trotz der Pannen und Krämpfe besser als im Vorjahr aber eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust mehr unter diesen persönlichen Bedingungen weiter zu machen. Dieser Gedanke für eine Sekunde war jedoch gleich wieder Vergangenheit, denn ich war bereits auf den Weg hinaus auf die Laufstrecke...

run:

Also jetzt nur mehr einen Marathon und ich habe es geschafft... NEIN, wenn ich jetzt an das gedacht hätte, ich glaube ich hätte keinen Schritt mehr gemacht. Die Schmerzen von den Krämpfen und ein extremer Knieschmerz haben mir das Laufen zur Hölle gemacht. In Krumpendorf nach 5 Km hat mein Betreuer und Partner Hermann voll auf mich eingeredet und mich lautstark motiviert weiter zu machen und ja nicht aufzugeben. So ging es weiter von Labestelle zu Labestelle und ich weiss heute nicht mehr wie ich beim Laufen unter diesen Umständen 295 Teilnehmer überholen konnte.

Eine Gänsehaut überfiel mich dann noch, als ich vor der Zielkurve noch meine Schwester sah, die mich mit offenen Armen empfing... Jetzt wusste ich: ich habe es durchgezogen!!! In diesem Moment war ich wahnsinnig stolz. Nach all den Pannen und Schmerzen das Rennen doch noch beendet zu haben.
Ein "kleines Freudentänzchen" mit meiner Schwester, einmal noch nach links und das Ziel war vor mir.
"Ich habe es geschafft!!!" Ich konnte es gar nicht glauben, aber es war extrem hart und brutal.

Auf meine Zeit von 11:24:31 bin ich richtig stolz und ich weiss jetzt, was in mir steckt wenn alles passt.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei allen jenen, die mich so super unterstützt und angefeuert haben.
Danke an Itta Startnummer 2381, für Deine lieben Worte beim Laufen, du hast mir sehr geholfen.
Bei Heidi & Heinz, Martina, Dietmar, Pörtschi und Clemens, und natürlich bei Hermann.

Bis zum nächsten Bewerb

Glg Eure DoKo, die nicht aufgibt!


3,8km swim - 180km bike - 42,2km run
Gesamtzeit: 11:24:31
Gesamtrang: 57.
AK W30: 15.
Kärntner Meisterschaft: 3.
Kärntner Meisterschaft Mannschaft: 1.
(Elke Hinterberger, Doris Kogler, Isabella Schwarz)
Splitzeiten:
swim: 1:08:29 mit neopren
bike : 6:01:12
run : 4:06:35



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Bericht vom 17.07.2006